V. Anfänge der JU im Altlandkreis Kemnath

Anfaenge der JU im Altlandkreis Kemnath

Die ersten Gehversuche der Jungen Union im Altlandkreis Kemnath gehen bereits auf das Jahr 1949 zurück. Der damalige Landrat Ferdinand Neumann – ein Gründungsmitglied der CSU-Bayern –, der sich zusammen mit dem ersten Landesvorsitzenden der Jungen Union bemühte, gründete im November 1949 einen „Staatspolitischen Jugendarbeitskreis“ in der Stadtlesehalle in Kemnath, um junge Menschen nach den Schrecken des 2. Weltkrieges und der Konfrontation mit der nationalsozialistischen Ideologie, wieder Schritt für Schritt an eine vom demokratischen Denken geprägte Politik heranzuführen. So ging Landrat Neumann in seiner Eröffnungssprache verstärkt auf das Desinteresse der damaligen Jugend am politischen Leben ein, das aus der früheren zwangsweisen Heranziehung zur politischen Betätigung und der darauf folgenden Diskriminierung ihre Wurzeln habe.

Im Rahmen dieses „Staatspolitischen Arbeitskreises der Jugend“ wurden in regelmäßigen Abständen zahlreiche Informationsveranstaltungen, z.B. über Aufbau und Arbeitsweise des Bayerischen Parlaments abgehalten. Am Sonntag, den 10. Juli 1955, fand schließlich im Gasthaus Reger in Immenreuth, die seit längerer Zeit vorbereitete Gründungsversammlung des Kreisverbandes der Jungen Union Kemnath innerhalb des CSU-Kreisverbandes statt. Anwesend waren neben 97 Delegierten aus dem gesamten Landkreis der Landtagsabgeordnete Freundl, Landesgeschäftsführer Engelhardt aus München sowie Landrat Ferdinand Neumann.

Landesgeschäftsführer Engelhardt erörterte in seiner Ansprache zunächst Sinn und Zweck der Jungen Union. So habe die Junge Union zur Aufgabe, das stets wache und reinigende Gewissen innerhalb der CSU zu sein, die Missstände ehrlich bekämpft, der Intrigenspiel und „Drang zur Krippe“ fremd ist. Schließlich forderte er die Jugend aus dem Landkreis Kemnath auf, aktiv am politischen Leben mitzuwirken.

Zum ersten Kreisvorsitzenden wurde Herr Josef Schmid aus Riglasreuth gewählt, sein Stellvertreter wurde Dipl.-Brauing. Bruno Ponnath, der spätere Landrat und Landtagsabgeordnete. Als Schriftführer fungierte Siegfried Zaus und als Kassier Anni Prechtl. Als Beisitzer wurden gewählt Karl Phillipp, Resi Dötterl und Alois Schreyer. Delegierte zur CSU-Kreisversammlung wurden Bruno Ponnath, Josef Reithmeier und Lehrer Roth. Die Wahl für die Delegierten zur Bezirksversammlung fiel auf Josef Küffner, Bruno Ponnath und Bernhard Prechtl.

Als Russlandheimkehrer hatte Josef Schmid sehr bittere Jahre hinter sich. Trotzdem stellte er sich zur Verfügung. Gemeinsam wurde in harmonischer Zusammenarbeit ein Netz von Ortsverbänden gegründet. Durch hohe Mitgliederzahlen und dauernde aktive Präsenz in der Tagespolitik errang die Junge Union sehr bald bedeutenden Einfluss.

Bruno Ponnath wurde zum Mitglied des Deutschlandrates unter dem damaligen Bundesvorsitzenden Stoltenberg gewählt. Dort wurden sehr schwerwiegende Themen behandelt: z.B. der Mauerbau in Berlin, die Wiedereinführung der Wehrpflicht, der Ungarnaufstand etc. Nach Bruno Ponnath wurde der leider zu früh verstorbenen Karl Phillipp aus Weha bei Kastl Kreisvorsitzender und setzte die erfolgreiche Arbeit fort. Als weitere Kreisvorsitzenden folgten Eduard Rauch aus Immenreuth, Alois Übelmesser aus Pechbrunn und Klaus Dilling aus Troglau.

Die damaligen Aktiven der JU engagierten sich auch in der Kommunalpolitik erfolgreich, Bruno Ponnath wurde zum Nachfolger von SPD-Landrat Kuhbandner gewählt. Josef Schmid wurde Bürgermeister der neuen Gemeinde Neusorg. Der unvergessene Hans Walter wurde Bürgermeister in Kastl. Albert Ritter wurde der langjährige und beliebte Bürgermeister in Ebnath. Auch in den Stadt- und Gemeinderäten stellte die JU viele tüchtige und kompetente Mitglieder.