VII. Toni Dutz 1983-1991

Toni Dutz 1983-1991

Dank der engagierten Arbeit von Herbert Rubenbauer und seiner Vorstandschaft zählte der JU-Kreisverband Anfang 1983 801 Mitglieder in zwanzig Ortsverbänden. Mitgliederstärkster Ortsverband war Erbendorf mit 113 Mitgliedern. Allein in der Zeit von 1977-1983 konnte die Mitgliederzahl von 309 auf 801 gesteigert werden, dabei wurden in dieser Zeit neun Ortsverbände neu gegründet. Diese erfolgreiche „Ära Herbert Rubenbauer“ ging am 5.1.1983 zu Ende. Bei der Kreisversammlung in Fuchsmühl wählten die 98 anwesenden Delegierten den stellvertretenden Kreisvorsitzenden und Ortsvorsitzenden aus Wiesau, Toni Dutz, zum Kreisvorsitzenden.

Seine Stellvertreter wurden Hans Schindler, Brand, Gerhard Schmelzer aus Waldershof, und Werner Weiß aus Konnersreuth. Zum Kreisgeschäftsführer wurde Gottfried Härtl aus Friedenfels bestellt. Herbert Rubenbauer wurde zum Ehrenkreisvorsitzenden ernannt, die Urkunde als Ehrenmitglied erhielt der ebenfalls ausscheidende langjährige Kreisgeschäftsführer Ludwig König. Ferner wurden Kurt Greitzke aus Premenreuth und Bruno Schraml aus Erbendorf verabschiedet.

Nach diesem völligen Generationswechsel ging die neue Vorstandschaft engagiert zu Werke. Neben den Kreisausschusssitzungen wurden in den kommenden beiden Jahren sechs Kreisversammlungen, u.a. mit dem JU-Landesvorsitzenden MdB Alfred Sauter, abgehalten. Intensiv und recht erfolgreich auch die Arbeit der beiden Arbeitskreise „Kommunalpolitik“ und „Umwelt und Energie“ von 1983-1985. Der erste Arbeitskreis unter Leitung von Hilmar Wollner aus Waldershof erstellte ein jugendpolitisches Programm zu den Kommunalwahlen 1984 und leitete und koordinierte den Wahlkampf. Der zweite Arbeitskreis unter der engagierten Leitung von Hans Schmidkonz aus Plößberg befasste sich insbesondere mit alternativen Energien.

Nicht fehlen durfte im Jahreskalender das traditionelle Wochenendseminar (1983: Rhetorik, 1984: Deutschlandpolitik) sowie das Steinbruchfest. Neben dem traditionellen JU-Ball wurde die Partnerschaft mit der JU Oberallgäu bei Besuchen und Gegenbesuchen vertieft, auch war die JU bei sämtlichen Bezirks- und Landesversammlungen gut vertreten. Schließlich stellte man 1984 eine Dokumentation zum Thema „Jugendsekten“ vor. Lohn der Arbeit: Man konnte innerhalb von zwei Jahren die Mitgliederzahl auf 852 steigern, dazu wurden zwei Ortsverbände neu gegründet. Weiterer Erfolg bei den Kommunalwahlen: Toni Dutz wurde mit hoher Stimmenzahl in den Kreistag gewählt, bekam einen Sitz im wichtigen Kreisausschuss und wurde 2. Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Wiesau.

Bei der Kreisversammlung am 1.3.1985 in Wiesau, wurde Toni Dutz von den 109 Delegierten nahezu einstimmig wiedergewählt, neuer stellvertretender Kreisvorsitzender wurde Willi Müller aus Waldershof, die Kasse übernahm Stefan Nimmrichter aus Waldershof. Kreisgeschäftsführer blieb Gottfried Härtl, seine Stellvertreterin wurde Ulrike Wührl aus Wiesau. Auch auf Bezirksebene war man mittlerweile stark eingebunden: Mit Gabi Schaff, Werner Weiß, Theo Pickert und Toni Dutz stellte man erstmals vier Bezirksvorstandsmitglieder innerhalb der JU Oberpfalz.

Das Arbeitsmotto des Jahres 1985 lautete dementsprechend „Einsteigen und Mitmachen“: Neben „Wochen der JU“ wurden Themen wie „Stirbt der Wald“, „Neue Medien“, „Jugendarbeitslosigkeit“ oder „Rot-Grün – eine Gefahr für die Demokratie“ behandelt. Nicht zu vergessen der Besuch des JU-Landesvorsitzenden MdB Alfred Sauter im Landkreis Tirschenreuth. Hohe Wellen schlug eine Diskussion des DGB in Wiesau, wo im Nachklang mittels unrichtiger Darstellung in der Presse ein Leserbrief entbrannte.

Ende 1985 fand eine hochinteressante Podiumsdiskussion zum Thema „Gentechnologie – wo bleibt der Mensch“ in Tirschenreuth statt. Den traditionellen Jahresabschluss feierte man in Pullenreuth. 1986 hatte man die Ehre, erstmals eine mehrtägige JU-Bezirksversammlung in Wiesau ausrichten zu dürfen. Unter der Leitung des Bezirksvorsitzenden Jakob Landgraf und der Teilnahme des Landesvorsitzenden Alfred Sauter fand dieses Großereignis am 19. und 20.4.1986 im Pfarrzentrum statt. Auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz: Unvergessen der zünftige Volkstumsabend mit anschließendem Tanz mit den „Albatros“ und der tolle Preisschafkopf am Sonntag. Auch 1986 waren verschiedene Podiumsdiskussionen angesetzt, wie z.B. zum Thema „Asyl“ oder auch zum „Kommunalen Umweltschutz“.

Leider schied zum Jahreswechsel 1987 der langjährige Arbeitskreisleiter Hans Schmidkonz altersbedingt aus. Er hatte bis zu diesem Zeitpunkt im Arbeitskreis „Umwelt und Energie“ vorbildliche Arbeit geleistet. Weitere Veränderungen bei den Neuwahlen am 13.3.1987: Hermann Kraus aus Mitterteich und Kurt Scharf aus Kulmain wurden zu stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt. Werner Weiß und Hans Schindler wurden zur Verabschiedung geehrt. Mittlerweile gehörten der JU 815 Mitglieder in zwanzig Ortsverbänden an.

Politischer Höhepunkt 1987 neben der 40-Jahrfeier des JU-Landesverbandes in Regensburg war eine Podiumsdiskussion mit Dr. Peter Gauweiler zum Thema „AIDS – eine Strafe Gottes?“. Erfolgreich auch die Mitgliederwerbung: Ende 1987 zählte man wieder 860 Mitglieder. Mit Werner Völkl schied ein langjähriger Mitstreiter und „Chefideologe“ aus der JU aus. Schließlich ging die Festleitung des Steinbruchfestes von Werner Weiß zu Hans Thoma und später zu Hermann Kraus über. 1987 feierte außerdem der Ortsverband Wiesau sein 25-jähriges Bestehen, dazu konnte man den neugewählten Landesvorsitzenden Gerd Müller sowie die Freunde der JU Oberallgäu und JU Lindau bei einer großen Kreisversammlung begrüßen. Schließlich setzte man 1987 die Kontakte zum vorpolitischen Raum fort: Ständige Gespräche mit der Jungbauernschaft ermöglichten Einblick in die Probleme der heimischen Landwirtschaft.

1988 stand die Aktion „Ja zum Kind – Ja zum Leben“ im Mittelpunkt der Arbeit: Man hielt dazu im März eine vielbeachtete Kreisversammlung ab. Weiterer Schwerpunkt war die Deutschlandpolitik: Zum 17.6.1988 fand eine Filmvorführung mit anschließender Diskussion in Brand statt. Wechsel an der Spitze des Arbeitskreises Umwelt: Mit Harald Hertel aus Waldsassen übernahm ein engagierter Umweltschützer dieses Amt. Höhepunkte 1989 und 1990 waren neben den Kommunalwahlen die Reise nach Spanien, wo man unvergessliche Tage mit spanischen Freunden verbrachte. Wochenendseminare, Klausurtagungen, Steinbruchfeste und nicht zuletzt die Betreuung der zwanzig Ortsverbände erforderten den vollen Einsatz der Kreisvorstandsmitglieder.

Im März 1991 schließlich bahnte sich ein neuerlicher Generationswechsel bei der JU an: Mit Toni Dutz trat nach achtjähriger Tätigkeit als Kreisvorsitzender fast die komplette Führungsmannschaft ab und Gerhard Kraus aus Plößberg wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Bei der Kreisversammlung in Wiesau wurde Toni Dutz zum Ehrenkreisvorsitzenden ernannt. Wehmütig gestand er in seinen Abschiedsworten, dass die Zeit von 1981-1991 viel Spaß und Freude bereitet habe. Die gemeinsame Arbeit habe dazu geführt, dass man viele Freundschaften aufgebaut habe, die weit über die JU hinausreichen würden. Im März 1991 zählte der Kreisverband Tirschenreuth ca. 850 Mitglieder und gehörte zu den mitgliederstärksten Kreisverbänden in ganz Bayern.