„Ampelmädchen" ein Aufreger

Ampelmädchen ein Aufreger

Sport- und Jugendbeauftragter der Kreisstadt stößt mit Landtagsvizepräsidentin zusammen

Auch Wochen nach dem Vorfall ist Huberth Rosner „fuchsteufelswild". Der Sport- und Jugendbeauftragte der Kreisstadt wartet auf eine Entschuldigung von Ulrike Gote. Von der Landtagsvizepräsidentin fühlt sich der 38-Jährige beleidigt.

Der Hauptfeldwebel bei der Bundeswehr in Ingolstadt war mit vier weiteren Soldaten, darunter auch zwei Frauen, alle in zivil, gerade auf dem Weg in den Landtag. Thema: politische Bildung. Unterwegs passierte die Straßenbahn eine Demo der Grünen. Und als auf einem Plakat Bürgerinnen mit einem großen „I" in der Mitte zu lesen war, sagte Rosner: „Schau, die Grünen wissen nicht, wie man Bürgerinnen schreibt."

Lockeres Geplauder

Daraus, so berichtet der Tirschenreuther, entwickelte sich dann in der Gruppe ein lockeres Geplauder, in dem es neben grüner Politik, auch um das berühmte „Ampelmännchen" ging und einen Antrag in Berlin, ein „Ampelmädchen" einzuführen, dessen Symbol aber wiederum laut einigen Feministinnen nicht sexistisch ausfallen dürfe. Und da habe er eben gewitzelt: „Nehmen wir halt den Berliner Bär, der ist geschlechtsneutral."

Beim Aussteigen an der Straßenbahnhaltestelle beim Maximilianeum dann habe ihn eine ihm zunächst unbekannte Frau angeschrien. Er solle sein Gehirn einschalten und nicht solche Sachenvon sich geben. Völlig perplex sei er der Frau nachgegangen, um mit ihr zu sprechen. „Da hat sie geantwortet, ich soll nicht so viel mit dem Schwanz denken." Die Frau verschwand dann im Landtag und die Soldaten setzten sich auf die Zuschauertribüne. „Da bin ich richtig erschrocken, als wir die Frau wiedersahen. Es war die Landtagsvizepräsidentin Ulrike Gote." Bei einer Sitzungsunterbrechung suchte der Tirschenreuther nochmals das Gespräch, aber die Politikerin sei bei ihrer Aussage geblieben.

Dazu steht die Bayreuther Abgeordnete auch in diversen Stellungnahmen in verschiedenen Medien, Leserbriefen und sozialen Netzwerken auch weiterhin, sieht den Vorfall aber ganz anders. Die  Gruppe habe sich lautstark lustig gemacht und die Diskussion um die weiblichen Ampelsymbole seien sexistisch formuliert bei ihr angekommen. Gegenüber dem Nordbayerischen Kurier sprach Gote von „männlichem Imponiergehabe". Und ihre Antwort verstehe sie als Zivilcourage. Außerdem sei der Satz doch nur ein treffendes Sprachbild aus Zeiten der Frauenbewegung. Sexismus sei in der  Gesellschaft allgegenwärtig.

Söllner fordert Rücktritt

Bernhard Söllner, Kreisvorsitzender der Jungen Union im Landkreis, greift die Geschichte allerdings auf und fordert den Rücktritt Gotes. „Das hat nichts mit Politik zu tun, aber das Verhalten ist inakzeptabel. Wo bleiben Toleranz und Respekt gegenüber dem Bürger?" Gote habe mit ihrer verbalen Entgleisung das Amt der Landtagsvizepräsidentin beschädigt Seriosität und Vorbildfunktion einfach vermissen lassen, die Meinungsfreiheit mit Füßen getreten.

Quelle: www.oberpfalznetz.de