Berufsschule platzt aus den Nähten

Berufsschule platzt aus den Nähten

Junge Union fordert rasches Handeln – Techniker-Ausbildung in Wiesau anbieten

Wiesau. (bkr) Nach einer neuen Prognose benötigt die Berufsschule zu den bereits bestehenden 54 Klassenzimmern exakt noch 14,02 neue Räume, um die 1900 Schüler im Berufsschulzentrum ordnungsgemäß unterrichten zu können. Behelfsmäßig sind derzeit zehn Klassenzimmer in Containern untergebracht.

Die Raumnot war immer wieder Anlass von Beschwerden der Schüler, aber auch die Wirtschaft drängt auf Ausbau der Schule. Der Kreisverband der Jungen Union machte sich ein Bild vor Ort. Auch deshalb, weil dreiviertel der Schüler aus ganz Deutschland kommen. In den nächsten zwei Jahren sind weitere fünf Klassen zusätzlich zu erwarten. Ausstattungstechnisch, so wurde festgestellt, befinde sich der Schulstandort auf einem sehr hohen Niveau. Aber: An allen Ecken und Enden fehle Platz.

Deshalb fordert die Junge Union ein entschiedenes Handeln. Auf fünf bis sieben Millionen Euro werden die Kosten veranschlagt, die der Landkreis als Sachaufwandsträger nach Abzug etwaiger Förderungen zu leisten hätte. Der Vorsitzende der CSU-Kreistagsfraktion Toni Dutz informierte bei dem Besuch über den Antrag an den Landkreis auf ein Raumkonzept.

Von einem großen Erfolg der Berufsschule sprach JU-Kreisvorsitzender Bernhard Söllner. Allein 592 000 Euro an Gastschulbeiträge könne der Kreishaushalt jedes Jahr verbuchen. Der Landkreis dürfe es nicht riskieren, dass verschiedene Sprengel, die
aus ganz Deutschland angesiedelt sind, durch ungenügende und unzumutbaren Rahmenbedingungen wegbrechen.

Zum aktuellen Stand erläuterte Toni Dutz die von der Regierung angeforderte Schülerprognose bis zu dem Schuljahr 2019/2020. Sollte die schulaufsichtliche Genehmigung vorliegen, müsste das Landratsamt umgehend einen Förderantrag zum Ausbau stellen, damit die Investitionen in die zukünftigen Haushalte eingeplant werden können. Außerdem sei es notwendig, dass die Gremien des Landkreises einen Beschluss über die Vergabe eines Planungsauftrages zum Umbau der Schule, der Verwaltung und des Schulumgriffs fassen, fügte Kreisrat Söllner noch hinzu.

Der Kreisverband der Jungen Union entdeckte aber auch neue Felder, die von der Berufsschule erschlossen werden müssten. Dabei blickte der Verband auch auf die Verlagerung des Amtes für Ländliche Entwicklung von Regensburg nach Tirschenreuth. Ab Herbst sollen womöglich 20 Auszubildende zu Techniker für das ALE geschult werden, was bislang nur in Ansbach möglich war.

Dafür gelte es Vorsorge zu treffen, um der Bildung dieser Klassen an anderen Schulen zuvorzukommen. Herausgestellt wurde die einzigartige Möglichkeit in den Bereichen EDV, Hotel- und Tourismusschule sowie Berufsschule Plus die Fachhochschulreife in Wiesau zu erwerben. 150 Absolventen nutzten jährlich dieses Angebot. Im Gespräch mit den Schulleitern Dr. Wolfgang Eckstein und dessen Vertreter Erich Porsch bekräftigte die Junge Union, dass bei der Berufsschulerweiterung und dem Ausbau endlich etwas geschehen müsse. Dies gerade im Hinblick darauf, der Jugend und den Betrieben im Landkreis beste Rahmenbedingungen vor der Haustür gegen eine Abwanderung zu schaffen.

Der Landkreis habe es in der Hand, aus eigener Kraft die Region zu stärken. Vor allem auch deshalb, weil die Infrastruktur für den Berufsschulstandort mit Schülerwohnheim, Gastronomie, Autobahn- und Bahnanschluss vorhanden sei. Andererseits strahle die Berufsschule über die Landkreisgrenzen bundesweit mit seinem hervorragenden Ruf.

Quelle: Der Neue Tag