Bezirkstag wird größer und bunter

Bezirkstag wird größer und bunter

Große Veränderungen in Regensburg: CSU und SPD verlieren je bei der Bezirkstagswahl einen Sitz, die AfD gewinnt auf Anhieb zwei Mandate. Präsident Franz Löffler verspricht "weiter demokratisch und fair zu arbeiten". 

Die CSU holte sieben der acht Direktmandate in der Oberpfalz. Sie gingen an Martin Preuß (Stimmkreis Amberg-Sulzbach), Franz Löffler (Cham), Heidi Rackl (Neumarkt), Johann Renter (Regensburg-Stadt), Thomas Ebeling (Schwandorf), Toni Dutz (Tirschenreuth) und Lothar Höher (Weiden). Überraschend errang im Stimmbezirk Regensburg-Land nicht CSU-Kandidat Thomas Gabler, sondern Landrätin Tanja Schweiger (Freie Wähler) das Direktmandat (wir berichteten). Über die Listen ihrer Parteien ziehen zusätzlich in den Bezirkstag: Richard Gaßner (SPD, Kümmersbruck), Brigitte Scharf (SPD, Erbendorf), Thomas Thumann (Freie Wähler, Neumarkt), Andreas Michelson (Freie Wähler, Regensburg), Gabriele Bayer (Grüne, Postbauer-Heng), Stefan Christoph (Grüne, Regensburg), Stefan Potschaski (FDP, Regenstauf), Marina Mühlbauer (Die Linke, Regensburg), Wolfgang Pöschl (AfD, Lohberg) und Karl Schmid (AfD, Weiden). AfD, Linke und FDP sind neu in dem Gremium. Die ÖDP und die Bayernpartei, die in der vergangenen fünf Jahren jeweils einen Sitz innehatten, schafften den Sprung in den Bezirkstag hingegen nicht mehr.

Bei der aktuellen Bezirkstagswahl holte der Chamer Landrat Löffler das beste Ergebnis in Ostbayern. Trotzdem liegen die 46,3 Prozent, die er im Stimmkreis Cham bekam, zehn Prozentpunkte unter seinem Ergebnis von 2013. Die Bezirksräte seien weniger für ihre Arbeit im Bezirkstag beurteilt worden, meinte Löffler am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Bundespolitische Themen hätten die Wahl überlagert. "Diesem Sog kann man sich nicht so leicht entziehen."

Im Bezirkstag gehe es um wenig öffentlichkeitswirksame, aber sehr wichtige Themen: Die Behindertenarbeit, die Pflege oder die Unterstützung psychisch erkrankter Menschen gehörten dazu. Das Arbeitsklima sei bisher sehr gut, das solle auch so bleiben, wenn er wieder zum Bezirkstagspräsidenten gewählt wird, sagte Löffler. "Ich will weiter sachlich, demokratisch und fair arbeiten. Das biete ich an, fordere es aber auch ein." Mit Blick auf den Einzug der AfD in das Gremium erklärte er, die Arbeit des Bezirkstags dürfe nicht von "populistischen Bundesthemen" überlagert werden.

Enttäuscht vom schlechten Ergebnis der SPD zeigte sich Richard Gaßner, bisheriger SPD-Fraktionsvorsitzender im Bezirkstag. Mit seinem eigenen Ergebnis von 16,9 Prozent, dem besten Wert der SPD-Direktkandidaten, sei er "relativ zufrieden". Franz Löffler sei in den vergangenen Jahren ein guter Präsident für das Kollegialgremium gewesen, urteilte Gaßner. Er würde ihn wiederwählen.

Quelle: Der Neue Tag