Brüssel soll sich vom Acker machen

Brüssel soll sich vom Acker machen

Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner spricht sich bei Junger Union Kemnath gegen geplante Agrarreformen aus

Kemnath. (hwk) Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner sprach sich bei einem Gespräch mit dem JU Kreisvorsitzenden und Kreisrat Bernhard Söllner gegen die geplanten Agrarreformen aus Brüssel aus. Söllner, der ihr im Vorfeld des Treffens ein Schreiben überreicht hatte, in dem die vielen negativen Auswirkungen der neuesten Plänen auf die heimische Landwirtschaft beschrieben sind, erklärte der Parlamentarierin, dass dies für viele Betriebe in der Region das finanzielle Aus bedeuten
würde, wenn dadurch diverse Ausgleichszahlungen wegfallen würden.

Grün- und Ackerland

Hauptpunkt der neuen Pläne, welche offenbar zu großen Problemen führen, ist die Absicht, dass Betriebsinhaber mindestens sieben Prozent ihrer beihilfefähigen Flächen zugunsten des Umweltinteresses aus der Bewirtschaftung herausnehmen müssen, um weiterhin Direktzahlungen zu erhalten. „Im Landkreis werden derzeit 45 500 Hektar bewirtschaftet, davon 13 000 Hektar Grünland und 29 500 Hektar Ackerland. Vom bewirtschafteten Ackerland werden bereits heute 1500 Hektar ökologisch genutzt, wodurch nur noch 28 000 Hektar verbleiben. Bezieht man hierauf die geforderten sieben Prozent, fallen weitere 1960 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche weg“, so Bernhard Söllner.

Volle Unterstützung

Aigner wiederum erklärte, dass sie die Forderung des JU-Kreisverbandes voll unterstütze und versprach Bernhard Söllner, dass sie sich für die Landwirte einsetzen werde. „Jedoch müssen wir aber auch verstehen, wenn wir nicht alle unsere Forderungen auf EU-Ebene durchsetzen können“, so Aigner, die sich freute, dass sich auch die junge Generation für solche Themen interessiert.

Das größte Argument, das die Politikerin generell geltend machen kann und welches auf jeden Fall berücksichtigt werden muss, ist die Tatsache, dass bayerische Bauern schon jetzt sehr viel für den Naturschutz tun und in Sachen Ausgleichsflächen viel bewerkstelligen. Abschließend informierte sie, dass bis 2013 die Verhandlungen abgeschlossen sein sollten und man darauf vertraue, dass Bayerische Interessen so gut es geht berücksichtigt werden.

Quelle: Der Neue Tag