CSU Tirschenreuth auf Europakurs

CSU Tirschenreuth auf Europakurs

Bei einer Podiumsdiskussion standen der scheidende Europa-Abgeordnete Albert Deß, stellvertretender Landrat Roland Grillmeier, JU-Bezirksvorsitzender Christian Doleschal sowie Tobias Reiß Rede und Antwort bei der CSU-Kreisversammlung.

Vor allem der erfahrene Albert Deß, der zur Europawahl nicht mehr antritt, nahm dabei kein Blatt vor dem Mund und widersprach auch dem ein oder anderem Zuhörer im Saal. Er ging bei einem kurzen Eingangsstatement auf die Vorteile eines friedlichen Europas ein. Die Erfolgsgeschichte des Freistaates Bayern genießt innerhalb der EU nach wie vor großes Ansehen, egal wo ich hinkomme, bekräftigte Albert Deß seine Aussagen eingangs. Auch anhand von einfachen praktischen Beispielen, wie das Ende der unangenehm riechenden Ostwinde, die frühers aus den tschechischen Braunkohlewerke kamen und in die dank EU-Förderungen bessere Filter eingebaut wurden, zeigte der EU-Abgeordnete einfache Auswirkungen der EU auf. Auch viele Arbeitskräfte kommen mittlerweile von den europäischen Nachbarn zu uns, merkte Deß an. Er stellte dabei die Frage, wie angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels in Deutschland die wirtschaftliche Situation ohne diese Menschen wäre.
 
 
 

Albert Deß machte auch darauf aufmerksam, dass durch den Brexit rund 12 Milliarden Euro an Beitragseinnahmen wegfallen und somit weniger verteilt werden können. Insgesamt sieht er Deutschland in der EU aber als größten Gewinner, da wir alleine einen größeren Export-Überschuss haben als alle anderen 27 Staaten zusammen. Angesprochen auf die finanziellen Probleme in Italien, erwiderte Deß, dass ihm persönlich die Franzosen viel mehr Sorge bereiten. Die Italiener haben noch einen kleinen Export-Überschuss, die Franzosen machen hingegen mittlerweile ein jährliches Defizit von über 64 Milliarden Euro. Der dortige Staatspräsident Macron hat nach wie vor nichts verändert, so Deß. Die Gewerkschaften sind nach wie vor viel zu stark und haben dafür gesorgt, dass Reformen zurück genommen wurden. Frankreich ist somit nicht mehr konkurrenzfähig in Europa. Angesprochen auf das Thema Crystal Speed, das aus tschechischen Giftküchen stammt, merkte Tobias Reiß an, dass sich hier bei der bayerischen Grenzpolizei auch aufgrund der Koalitionsgesprächen mit den Freien Wählern weiterhin etwas tun wird.

Christian Doleschal sah mit Manfred Weber den idealen Spitzenkandidaten als EU-Kommissionspräsident. Er sei froh, dass innerhalb der CSU vor allem auch die Jungen die Vorteile eines einheitlichen Europas erkannt haben und erinnerte dabei auch an Zeiten von EU-Kritikern wie Peter Gauweiler. Auch Albert Deß stieß in das gleiche Horn. Er kenne Manfred Weber seit er im europäischen Parlament ist. Er hat ein sehr großes Ansehen nicht nur innerhalb der EVP-Fraktion und unterstützt diesen gerne wo immer er kann. „EU-Präsident kann Weber aber nur werden, wenn die CSU ein starkes Ergebnis bei der Europawahl einfährt“, gab ein Albert Deß zu Bedenken im Hinblick auch auf manchen Gegenwind, dem der CSU von manch Politikern aus Berlin oftmals entgegenbläst.

Quelle: Der Neue Tag