“Die Zukunft liegt in der Biomasse”

“Die Zukunft liegt in der Biomasse”

Es braucht neue Visionen in der Energiepolitik, ohne Altbewährtes aufzugeben. Dies war der gemeinsame Tenor eines Hintergrundgesprächs des JU-Bezirksvorsitzenden Thomas Völkl und des JU-Kreisvorsitzenden Benjamin Zeitler mit dem Vorstandsvorsitzenden der E.ON Bayern AG, Dr. Peter Deml.
Mit diesem Gespräch will der JU-Kreisverband Tirschenreuth der steigenden Bedeutung der zukünftigen Energieversorgung gerecht werden. „Neben der Globalisierung und der demografischen Herausforderung ist die Frage Energieversorgung einer der Megatrends, auf die die aktuelle Politik Antworten finden muss und wo jetzt die richtigen Weichen gestellt werden müssen“, betonte der Bezirksvorsitzende Völkl zu Beginn. Deshalb sei der Dialog mit der Wirtschaft in diesem Bereich unerlässlich.

Dr. Deml führte aus, dass man bei Energiediskussionen immer mit ideologischen Barrieren, einen Mix aus Blockaden und vielen Anti-Haltungen zu kämpfen habe. Das Ignorieren von Realitäten mache allerdings eine sachliche Diskussion unmöglich. Es sollten wieder mehr die Fakten im Mittelpunkt stehen. So gewinne man in Bayern 60% des Stroms aus Kernenergie und 20% von der Wasserkraft. Damit liefere man mit Abstand den saubersten Strom. „Deshalb war der Ausstieg aus der Atomenergie ein riesiger Fehler“, stellte Dr. Deml fest. Bei diesen kurzen Laufzeiten könnte man die Lücke nur durch den Import aus dem Ausland oder durch den Neubau von Kohlekraftwerken schließen. Damit seien allerdings die Vorgaben vom Klimaschutz nicht mehr einzuhalten. Auch Gaskraftwerke seien aufgrund der Abhängigkeiten von Russland ebenso keine Alternative. Vielmehr sei auf einen Energiemix zu setzen. Nur so könne langfristig die Energie zu vertretbaren Preisen gesichert werden.

Dabei sei es aber ein Trugschluss in der Photovoltaik- oder Windkraftenergie die Zukunft zu sehen. Diese Energiegewinnungsarten seien zwar für den einzelnen aufgrund massiver staatlicher Fördermittel für den einzelnen rentabel, für die Volkswirtschaft allerdings eine einzige Katastrophe. „Die Zukunft der regenerativen Energie liegt in der Biomasse“, folgerte Dr. Deml. Schon heute gebe es in Bayern über 250 staatlich geförderte Biomassekraftwerke. Auch für die E.ON Bayern AG sei dies durchaus eine alternative Energieform in die man langfristig auch verstärkt investieren würde.

Diese Ausführungen trafen bei den beiden JU’lern auf volle Zustimmung. Benjamin Zeitler betonte in diesem Zusammenhang vor allem die Chancen für die ländlichen Räume. „Gerade für unsere moderne, innovative Landwirtschaft liegt in diesem Bereich enorme Potentiale. Nach Schätzungen können langfristig über 15% des Primärenergiebedarfs durch Biomasse gedeckt werden. Hier liegt die Chance, auch für Tirschenreuther Landwirte, Energiewirte der Zukunft zu werden“, unterstrich Zeitler diese Hoffnungen. Der Bezirksvorsitzende Völkl ergänzte, dass es langfristig das Ziel sein sollte, „durch Eigeninitiative und regionale Lösungen auch im Landkreis Tirschenreuth von diesen Entwicklungen zu profitieren.“ Ein Paket aus verschiedenen alternativen Energien kann hier im regionalen Verbund den richtigen Weg weisen.

Zum Abschluss des Gesprächs dankten die JU’ler dem Vorstandsvorsitzenden für das informative Gespräch. Dr. Deml betonte, dass die Wirtschaft nun deutliche Signale aus der Politik benötige, damit man endlich wisse, wohin die Reise geht und in welchen Bereichen die Wirtschaft investieren könne.