Drängende Kraft gefragt

Drängende Kraft gefragt

Erwin Huber fordert auf der Klausurtagung der Jungen Union Mut zu neuen Ideen ein

Waldsassen. (hwk) Auch wenn er in München nicht mehr auf der Regierungsbank sitzt, als Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie im bayerischen Landtag ist Erwin Huber nach wie vor gefragt. So auch bei der Klausurtagung des JU-Kreisverbandes im Kloster Waldsassen.

Kreisvorsitzender Bernhard Söllner verwies auf die Herausforderungen in der Region, aber auch auf das, was in den vergangenen Jahren geschafft wurde. „Wir sind ein Landkreis, wo es sich lohnt, als junger Mensch anzupacken und Probleme anzugehen.“

MdL Tobias Reiß ging auf die Wirtschaftsdaten ein. „Der Arbeitsmarkt hat sich gefestigt. Inzwischen diskutieren wir hier über Fachkräftemangel“, so der Abgeordnete zu seinem Kollegen aus Dingolfing.

„Wir leben heute von dem, was wir vor 20, 30 Jahren auf die Wege gebracht haben. Auf dieser Grundlage müssen wir weiter machen“, so der ehemalige Staatsminister. So müsse das Fördergefälle zu Tschechien abgemildert werden. „Läuft die GA Förderung ohne Anschlussprogramm aus, gibt es bei uns nichts mehr und in Tschechien bis zu 45 Prozent.“

Ein weiteres wichtiges Instrument der Wirtschaftsförderung auf dem Land sah Huber in der Breitbandversorgung. Das erste Programm mit über 100 Millionen Euro sei inzwischen ausgelaufen, jetzt habe man ein weiteres mit rund 500 Millionen auf den Weg gebracht. „Das ist einzigartig in ganz Europa.“

Mit etwas Sorge betrachtete Huber allerdings den Wirtschaftsstandort Bayern. „Wir brauchen Wirtschaftswachstum, was aber bei vielen nicht großartig beliebt ist. Und wir müssen es auch wieder schaffen, Großprojekte wie die Energiewende oder Infrastrukturmaßnahmen wie Straßenbau oder einen Flughafen zu realisieren. Aber da stößt sich heute oft die Notwendigkeit mit der Umsetzung.“

Gleichzeitig forderte der Redner auch den Mut, so etwas auch umzusetzen. Da appellierte er an die jungen Leute in Saal. „Wir brauchen hier die drängende Kraft der Jungen Union, um für unser Land Chancen zu erarbeiten.“

Themen wie demografischer Wandel, Energiewende, Umweltschutz oder kommunale Wasserversorgung und Daseinsvorsorge müssten zum Teil neu definiert werden, so der Abgeordnete. Im Wirtschaftsausschuss habe man viel darüber diskutiert. „Das werden wir zu einem Ergebnis bringen, auch wenn nicht jeder mit dem Festgeschriebenen glücklich ist“, so Huber.

Der Mitterteicher Bürgermeister Roland Grillmeier forderte, dass im Bereich demografischer Wandel endlich etwas passieren müsse. Man dürfe nicht nur ständig darüber reden. Gleichzeitig freute er sich über die positiven Ergebnisse der GA Förderung. „Aber die allein wird der Region bei der Ansiedlung neuer Firmen auch nicht helfen. Hier sollten weitere Instrumente von der Staatsregierung gefunden werden, forderte Grillmeier.

Als großen Segen für die Region empfand Grillmeier die Fachhochschule Amberg/Weiden. „Die tut uns sehr gut.“ Gleichzeitig lobte er die Ansiedlung der Direktion für Ländliche Entwicklung in Tirschenreuth. „Mit so einer mutigen Entscheidung wurde gezeigt, dass nicht alle öffentlichen oder staatlichen Arbeitsplätze in den Großstädten des Landes sein müssen.“ Der Waldsassener Bürgermeister Bernd Sommer sprach nochmals die Breitbandversorgung auf dem Land an. Er war der Meinung, dass sich hier noch einiges tun müsse, wenn vor allem auch grenznahe Städte von dieser Entwicklung profitieren sollen. Er sah vor allem die Telekom in der Pflicht. Es könne nicht sein, dass diese alle Kosten auf Kommune und Land abschiebe. Der Plößberger Bürgermeister Lothar Müller unterstrich die Wichtigkeit von Großprojekten in Bayern, die auch eine gewisse Strahlkraft nach außen haben. „Davon profitiert auch das Land.“

Quelle: Der Neue Tag