Gleiche Gebühren für jedes Kind

(jr) Zu der legeren Rund waren zahlreiche Mitarbeiterinnen aus Kindertagesstätten und Einrichtungsleitungen gekommen. CSU-Landtagsabgeordneten Tobias Reiß hatte dazu seinen Kollegen Vogel eingeladen. Der Politiker aus dem Landkreis Haßberge ist Ansprechpartner in der CSU-Landtagsfraktion, wenn es um die frühkindliche Bildung und Betreuung geht.

FU-Kreisvorsitzenden Tina Zeitler stellte den Gästen kurz die neue Grundschule vor, deren Spatenstich erst vor vier Jahren war. "Plößberg ist in Sachen Kinderbetreuung sowohl im Kinderhaus als auch in der Grundschule gut aufgestellt." Im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Vogel ist dreifacher Familienvater. Der Politiker verwies darauf, dass Ministerpräsident Markus Söder die Kindertagesstätten und die Betreuung neu gewichten und zusätzlich 2000 neue Arbeitskräfte zur Verfügung stellen will. Dies solle in der Kabinettssitzung am 4. September beschlossen werden.

Aufgaben mehr geworden

Vogel wusste, dass sich die Zahl der Mitarbeiter in den Kindertagesstätten seit 2006 verdoppelt hat. Damals betrug die Zahl der Mitarbeiter 23 000, heute sind es über 48 000. "Gestiegen sind aber auch deren Aufgaben", räumte der Unterfranke ein. Als weiteres Thema sprach er die Finanzierung an. Früher wurden die Kosten für die Kindertagesstätten wie folgt aufgeteilt: je 40 Prozent der Freistaat und die Gemeinde sowie 20 Prozent die Eltern. Heute bezahlt der Freistaat 54 Prozent der Kosten. Dies sei mehr als jedes andere Bundesland. Vogel lobt die gute Bildungsarbeit in den Einrichtungen. Dies sollte den Eltern auch etwas wert sein.

Er machte deutlich, dass er gegen eine Beitragsentlastung der Eltern ist. In der Regel gelte in der Region die These, dass für das erste Kind der volle Kindertagesstättenbeitrag zu leisten ist, für alle weiteren Kinder gibt es Ermäßigungen. "Weshalb werden für die weiteren Kinder die Beiträge billiger?", fragte Steffen Vogel und sprach von einer Ungleichbehandlung.

Im übrigen verwies er auf die Einführung des Bayerischen Familiengeldes, das ab 1. September in Kraft tritt. Familien erhalten im zweiten und dritten Lebensjahr ihrer Kinder monatlich 250 Euro, insgesamt also 6000 Euro. Ab dem dritten Kind gibt es sogar 300 Euro pro Monat. Die Auszahlung sei unabhängig vom Einkommen und der Art der Betreuung.

Zudem betonte der Politiker, dass die Staatsregierung mit ihrer Qualitätsoffensive für alle Kinderbetreuungseinrichtungen bis 2020 insgesamt 30 000 neue Plätze schaffen will. Ziele seien längere Öffnungszeiten und die Finanzierung von zusätzlichen 2000 Tagespflegepersonen. Im Übrigen zeigte sich der Sprecher überzeugt, dass der Bedarf an Kinderbetreuung weiter steigen werde, zumal die Ganztagsbetreuung an Grundschulen kommen werde. "Unser Ziel ist die Lösung von Familie und Beruf im Kindergartenbereich, da sind wir auf einem sehr guten Weg", sagte Vogel. Eine Herausforderung für viele Eltern sei aber, wenn ihr Kind in die Grundschule kommt. Hier gebe es noch viele Fragen zu lösen. Eine Zuhörerin nannte das Angebot der Staatsregierung zwar gut, lehnte es aber ab, ein einjähriges Kind in einer Kindertagesstätte zu geben.

Nicht einer Meinung

Weiteres Thema in der Diskussion war die Ausbildung, insbesondere sei eine stärkere praxisorientierte Ausbildung gefordert. Der Unterfranke erkannte das Problem, machte aber deutlich, dass dann auch die Länge der Ausbildung ausgedehnt werden müsse. Im Übrigen mahnte er eine kostendeckende Führung einer Kindertagesstätte an. Dies sei möglich, wenn für alle Kinder die Gebühren gleich und nicht gestaffelt werden. Dabei sah Vogel auch die Träger der Einrichtungen gefordert.

Einen Bonus für mehr Kinder einer Familie in der Kindertagesstätte lehnte er strikt ab, was durchaus auch zu Unverständnis bei den Zuhörern führte. "Bei uns gibt es nicht lauter Akademikerfamilien", hieß es. Im Anschluss folgten fachspezifische Gespräche, für die sich der CSU-Mann viel Zeit nahm.

(Quelle: www.onetz.de)

 

Info

Die Staatsregierung hat in den vergangenen Jahren nicht nur dafür gesorgt, dass die Kommunen wesentlich mehr Geld für den Betrieb der Kindergärten erhalten und damit mehr Geld für den weiteren Ausbau des Personals vorhanden ist. In den letzten zehn Jahren wurden im Landkreis Tirschenreuth zusätzliche 586 Betreuungsplätze geschaffen (+ 23,32%), wofür die Staatsregierung 8,89 Millionen Euro Investitionsförderung ausbezahlt hat. Im Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab waren es 423 Plätze mehr (+11,32%) mit einem Fördervolumen von 10,43 Millionen Euro. Insgesamt entstanden als in den letzten 10 Jahren in unserer Heimat mehr als 1.000 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze!