JU beschäftigt sich mit Zukunft der Hauptschulen

JU beschäftigt sich mit Zukunft der Hauptschulen

Als vor einem Jahr die Ortschaften von Brand, Ebnath, Neusorg und Pullenreuth nicht mehr genügend Schüler für die jeweiligen Jahrgangsstufen zusammen brachten, reifte der Gedanke, eine gemeinsame Schule zu gründen. Als weiterer Teilnehmer dieser Runde kam dann die Gemeinde Mehlmeisel hinzu. Seit dem 1. August gibt es nun die Fichtelnaabtalschule.

Eine nicht alltägliche, aber überaus interessante Lösung, befand der Kreisausschuss der Jungen Union Tirschenreuth bei einem Kurzbesuch. Schulleiter Hanns Steinbrückner begrüßte die Delegation mit Kreisvorsitzendem Benjamin Zeitler an der Spitze und erklärte die Struktur der neuen Schule. 

Durch die vier Gemeinden beziehe die Fichtelnaabtalschule aus einem Einwohnerbereich von ungefähr 8000 Bewohnern exakt 404 Schüler, 215 Knaben und 189 Mädchen. Der Unterricht wird derzeit in Neusorg, Ebnath und bis 2010 in Pullenreuth abgehalten. Die Organisation von 17 Klassen, verteilt auf drei Schulorte, bedarf einer besonderen Umsicht und Feinfühligkeit. Darüber musste man im Vorfeld bei Eltern Verständnis gewinnen dafür, dass zum Beispiel ein Kind, das am äußersten Ortsrand von Mehlmeisel wohnt, zu seinem Schulort nach Pullenreuth gefahren werden muss. Nächste Hürde war, dass der Busverkehr nicht vor 7 Uhr beginnt. Die Entscheidung auf kommunaler Ebene als auch von Seiten der Schulbehörde war schnell getroffen. 

Wie Steinbrückner betonte, sei man im Vorfeld mit den verschiedenen Planungen in den betreffenden Gremien immer offen und ehrlich miteinander umgegangen. In der Vergangenheit wurden mehrere Modelle durchgesprochen, von denen sich das jetzige herauskristallisiert hat.

An den jeweiligen Standorten konnte durch diverse Umstrukturierungsmaßnahmen das Leerstehen von Klassenräumen vermieden werden. Im Gegenteil, es konnten zusätzliche Angebote geschaffen werden, so zum Beispiel eine Schulbibliothek, ein zweiter Informatiksaal sowie ein Musikzimmer. Leider, so der Pädagoge weiter, ist im Lehrplan von insgesamt 526 Stunden Unterricht in der Woche nur eine für Musik eingeplant. In der Fichtelnaabtalschule unterrichten derzeit 34 Lehrkräfte. 

Schon frühzeitig wurde laut Steinbrückner nach den Vorfällen wie in Erfurt die Notwendigkeit erkannt, dass ein Sicherheitskonzept in der Schule greifen muss. So verfügt das Ebnather Schulgebäude und zwischenzeitlich auch das in Neusorg als eines der ersten im Landkreis über eine Überwachungskamera im Eingangsbereich und einen automatischen Türschluss kurz nach Schulbeginn. Zugang zum Gebäude erfolgt nur über eine Anmeldung mittels Klingel im Sekretariat.

Steinbrückner bezeichnete den Schulbetrieb nach mittlerweile neun Wochen als gut und unproblematisch. Schwierigkeiten und Probleme konnten bis jetzt immer schnell und unbürokratisch gelöst werden.