JU im Gespräch mit Hotel- und Gaststättenverband

JU im Gespräch mit Hotel- und Gaststättenverband

Zu einem Informationsgespräch trafen sich am 08.04.08 der Bezirksgeschäftsführer
des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes
(BHG) Ulrich Korb, der Kreisvorsitzende des HoGa-Kreisverbandes,
Herr Johann Bruischütz, die Kreisvorstandsmitglieder
Alfred Wedlich und Gerlinde Lang mit den Vertretern des Arbeitskreises
(AK) Wirtschaft und Ausbildung der Jungen Union im Landkreis
Tirschenreuth. In der Gaststätte “Kapplwirt” in Waldsassen
sprachen der JU-Kreisvorsitzende Benjamin Zeitler, AK-Leiter Mario
Rabenbauer und AK-Mitglied Ramona Ott mit den Vertretern der
Hotellerie- und Gastronomie über die Ausbildungssituation in ihrer
Branche.

Dieses Gespräch kam durch den Lehrstellenspiegel des JU-Kreisverbandes
zustande. Herr Bruischütz regte dieses Gespräch an, da es
nicht nur darum ginge, dass Lehrstellen geschaffen werden, auch
müssen die Probleme und Aufgaben während der Ausbildung thematisiert
werden.
Herr Korb sprach das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) an, das
vor allem im HoGa-Bereich oft bremsend und behindernd wirke. Die
Höchstarbeitszeiten für Auszubildende unter 18 Jahren entsprechen
nicht den Realitäten in der Gastronomie. So ist es für unter 18-jährige
Azubis oft schwer, eine Ausbildung dort beginnen zu können. Es
besteht eine hohe Bereitschaft der Arbeitgeber im HoGa-Bereich
jungen Menschen eine Chance auf eine Ausbildung zu geben, so der
Bezirksgeschäftsführer Ulrich Korb. Jedoch können die unflexiblen
Vorgaben des JArbSchG diese Bereitschaft mindern, was nicht im
Interesse der ausbildungssuchenden Jugendlichen und auch der
Hotels und Gaststätten ist.
Um die Chancen auf einen Ausbildungsplatz im Gastgewerbe zu
erhöhen, muss wie in Österreich der Beginn der Nachtruhe
zumindest auf 23:00 Uhr, das Arbeitsende an den Vorabenden von
Berufsschultagen auf 21 Uhr und die maximale Schichtzeit auf 12
Stunden heraufgesetzt werden. Vor allem im Küchenbereich werden
oft noch spät am Abend die Köche gebraucht, um Besuchergruppen
verpflegen zu können.
Die Vertreter der Gastronomie wiesen eindringlich darauf hin, dass
die bestehenden Bestimmungen zum JArbSchG einzuhalten seien,
da hier empfindliche Geldbußen drohen. Es will niemand die Azubis
ausbeuten oder überfordern, daher fordere man auch keine weit
reichenden Änderungen. Eine Flexibilisierung, die die Realität
widerspiegele, sei aber dringend notwendig.
Der Arbeitskreis Wirtschaft und Ausbildung der JU hat bereits
Kontakt zum Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht aufgenommen,
so AK-Leiter Mario Rabenbauer. Dieser versicherte seine
Unterstützung, da auch er nicht nachvollziehen kann, dass Jugendliche
nur bis 22 Uhr hinter der Theke arbeiten, aber länger vor der
Theke feiern dürfen. Diese Information konnte Mario Rabenbauer
aus einem Gespräch, das im Vorfeld dieses Treffens bereits geführt
wurde, den Teilnehmern mitteilen.
Das Thema “Schnupperlehre” oder auch Praktika während der
Schulferien wurde von Frau Gerlinde Lang angesprochen. Sie habe
die meisten späteren Azubis bei den Schnuppertagen kennen
gelernt und dadurch auch eingestellt. Dies ist ein ganz wichtiges
Instrument, um den Schulabgängern einen Einblick in die Arbeitswelt
zu geben und auch um sich zu bewähren zu können.
Die Vertreter der Gastronomie und die Nachwuchspolitiker der
Jungen Union waren sich einig, dass man diesen Kontakt weiterhin
pflegen will, auch um an diesem Thema dranzubleiben und gemeinsam
für eine Verbesserung der Situation zu arbeiten.