JU sagt dem Leerstand in Ortskernen den Kampf an

Die Junge Union im Landkreis Tirschenreuth unterstützt die Mandatsträger und Abgeordneten der Region in ihrem Bestreben, die ursprünglich für die Landkreise Hof, Wunsiedel und Kronach angedachte Sonderförderung auch auf den Landkreis Tirschenreuth zu übertragen.

„Wir freuen uns über die ersten positiven Signale, jedoch sind wir noch nicht am Ziel“, fasst JU-Kreisvorsitzender Matthias Grundler zusammen. Mit einem Schreiben der Kommunalpolitiker in den Reihen der JU wenden sich die Nachwuchspolitiker an Ministerpräsident Horst Seehofer. Darin machen die JU´ler deutlich, dass attraktiver Wohnraum Grundvoraussetzung für den Verbleib vor allem junger Familien im Landkreis ist. Mit erweiterten Möglichkeiten der Kommunen vor Ort im Rahmen der Städtebauförderung und Dorferneuerung entstehen neue Chancen, diesen dringend notwendigen Wohnraum zu schaffen.

Die Forderungen der junge Kommunalpolitiker gehen jedoch noch weiter. „Städtebauförderung und Dorferneuerung sind bereits gute Instrumente, müssen jedoch weiterentwickelt werden, um zu schlagkräftigen Werkzeugen für unseren Landkreis zu werden“, so der kommunalpolitische Sprecher des JU-Kreisverbandes, Mario Rabenbauer.

Darüber hinaus fordern wir:

- Die Programme Städtebauförderung und Dorferneuerung müssen kombinierbar werden

- Die Zugangsvoraussetzungen in die Programme müssen vereinfacht werden

- Die Kommunen vor Ort können selbst entscheiden, welches Programm für ihren Ort das beste ist

- Der Ensembleschutz im Baurecht muss gelockert werden, um Sanierungswillige nicht unnötig einzuschränken

- Beim von Horst Seehofer vorgeschlagenen Wohnkindergeld muss es einen Zuschlag geben, wenn Bestandsgebäude saniert und damit Wohnraum geschaffen wird.

„Diese Aspekte, kombiniert und begleitet durch eine umfassende Beratung der Bau- bzw. Sanierungswilligen geben den Menschen im Landkreis die Chance hier Wohnraum schaffen zu können und damit der negativen Bevölkerungsentwicklung entgegen zu wirken“, fasst Johann Walter, JU-Gemeinderatsmitglied aus Kastl, zusammen.

Hintergrund: Die Sonderförderung für die ostoberfränkischen Landkreise Wunsiedel, Hof und Kronach sieht vor, Fördersätze für kommunale Maßnahmen im Rahmen der Städtebauförderung und der Dorferneuerung auf 90% anzuheben und die Regeln zu flexibilisieren. Damit soll dem drastischen Bevölkerungsschwund entgegen gewirkt werden, der diesen Landkreisen nach einer Prognose des Landesamtes für Statistik bis zum Jahr 2034 droht. So soll der Landkreis Hof 13,8 , der Landkreis Kronach 13,8 und der Landkreis Wunsiedel sogar 16 Prozent seiner Einwohner verlieren. In keiner anderen Region Bayerns, das nebenbei erwähnt insgesamt kräftig wächst, ist der Verlust so groß. Der Landkreis Tirschenreuth folgt mit einem Minus von 11,1 Prozent auf Platz vier. 

Auf Druck unseres Landtagsabgeordneten Tobias Reiß, der Vorsitzenden von Steinwald-Allianz und Ikom Stiftland, Hans Donko (Erbendorf) und Roland Grillmeier (Mitterteich), sowie dem Kreisvorsitzenden des Gemeindetages, Lothar Müller (Plößberg) und zahlreichen weiteren Mandtagsträgern wie MdB Reiner Meier und Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz hat die Staatsregierung bereits erkannt, dass auch für Tirschenreuth Handlungsbedarf besteht. Hier findet ihr eine aktuelle Meldung des Neuen Tages zum Thema. 

Auf dem Foto (v. l. n. r.):

Johann Walter aus Kastl, Matthias Grundler aus Falkenberg, Florian Frank aus Kemnath, Michael Dutz aus Wiesau, Mario Rabenbauer aus Waldershof, Bernhard Söllner aus Immenreuth