JU-Kreisverband besichtigt Jugendamt

JU-Kreisverband besichtigt Jugendamt

Um sich über die einzelnen Fachbereiche des Landratsamts Tirschenreuth zu informieren, luden die Vorsitzenden des Arbeitskreises Familie vom JU-Kreisverband Tirschenreuth, Bastian Donko und Carina Rupprecht, zu einem Gespräch mit dem Kreisjugendamt Tirschenreuth ein. Zahlreiche interessierte Mitglieder fanden sich beim Landratsamt in Tirschenreuth ein um mit dem dortigen Leiter des Jugendamts, Albert Müller, sowie seinem Mitarbeiter Peter Gold über die aktuelle Entwicklung auf dem Gebiet der Kindeswohlgefährdung zu diskutieren und neueste Informationen zu diesem Thema zu erhalten.

Einleitend hierzu gab Amtsleiter Müller detaillierte Angaben zum Aufbau des Jugendamtes, das sich unter anderem in die Bereiche Jugendgerichtshilfe, Familienhilfe, kommunale Ju-gendarbeit und Kindergartenaufsicht gliedert. Auch Themen des Jugendschutzes werden mit behandelt. Die Leistungen der Behörde liegen jedoch schwerpunktmäßig beim Sozialdienst, wo verschiedenste Angebote, je nach Notwendigkeit, bereitgestellt werden. Diese beginnen bei Beratungsleistungen und steigern sich über ambulante, teilstationäre bis hin zu stationären Hilfen. Das Ziel der Betreuung ist dabei grundsätzlich der Verbleib des Kindes in der Familie. Nur wenn dies aus bestimmten Gründen des Einzelfalles nicht möglich ist, erfolgt die Auf-nahme in speziellen Betreuungseinrichtungen. Überrascht waren die Jungpolitiker von der Aussage des Amtsleiters, dass sich im Landkreis Tirschenreuth derzeit ca. 30 Kinder in Voll-zeitpflege befinden. Von den gesamten Ausgaben des Jugendamtes in Höhe von 3,9 Mio. € entfallen dabei ca. 1,7 Mio. € für die vorgenannte Jugendhilfe.

Als Schwerpunktthema zeichnete sich jedoch sehr schnell die Frage der Gefährdung des Kin-deswohles ab. Dieser aktuelle Problembereich ist unter dem Schlagwort Misshandlung, Ver-nachlässigung und Missbrauch von Kindern und Jungendlichen alltäglich in der Presse zu finden. Es ist eine Amtspflicht jedem derartigen Hinweis nachzugehen, auch wenn die Behör-de hiervon anonym erfährt. Natürlich werden auch Hinweise von Nachbarn, Schulen, Ärzten usw. verfolgt. Die Entscheidung des Jugendamtes ist dann in der Regel sehr schnell zu treffen, da eine akute Gefährdung des Kindes die Herausnahme aus dem Familienverband notwendig machen könnte. „Diese Fälle sind im Landkreis Tirschenreuth zwar nicht sehr häufig, kommen bedauerlicherweise aber leider auch vor“, so stellv. Amtsleiter Peter Gold. Abschließend betonten die Vertreter des Jugendamtes, dass zur bestmöglichen Unterstützung der betroffenen Kinder und Jugendlichen ein breites Netzwerk aufgebaut werden konnte, in dem neben Behörden und Schulen auch karitative Einrichtungen eng mit eingebunden werden.

Nach einer abschließenden Besichtigung der Räumlichkeiten der Behörde im Landratsamt dankte der JU-Kreisvorsitzende Benjamin Zeitler den Vertretern des Jugendamtes Albert Müller und Peter Gold für das sehr informative Gespräch und überreichte ein kleines Präsent.