JU-Kreisverband setzt sich für mehr Tschechisch-Unterricht ein

JU-Kreisverband setzt sich für mehr Tschechisch-Unterricht ein

Beim Besuch des Kultusministers Dr. Ludwig Spaenle am vergangenen Wochenende in Thanhausen traf der JU-Kreisverband Tirschenreuth mit dem Minister zusammen. Der Vorsitzende Benjamin Zeitler übergab dem Staatsminister mit seinem JU-Team ein Positionspapier zur Förderung des Tschechisch-Unterrichts in den grenznahen bayerischen Schulen.

Dieses Papier haben die JU-Arbeitskreise Wirtschaft und Bildung unter der Leitung von Stefan Neumann und Mario Rabenbauer und der JU-AK Europa und grenzüberschreitende Zusammenarbeit unter der Leitung von Christoph Weigl erstellt.

Die JU´ler stellten fest, dass zwanzig Jahre nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes und im Zug der EU-Osterweiterung die Oberpfalz und der Landkreis Tirschenreuth von einer Randlage in das Zentrum eines immer stärker zusammenwachsenden Europas gerückt sind. Die bayerisch-tschechischen Beziehungen nehmen dabei eine herausragende Bedeutung ein. Gerade für die ostbayerischen Grenzregionen bietet die grenzüberschreitende Zusammenarbeit große Chancen. Dabei kommt dem Erlernen der tschechischen Sprache in wirtschaftlicher, kultureller und politischer Hinsicht eine Schlüsselrolle zu.

An den Schulen in den grenznahen Landkreisen besteht jedoch noch erheblicher Nachholbedarf im Angebot an Tschechisch-Unterricht. Gerade in jungen Jahren fällt es den Menschen leichter, eine Fremdsprache zu erlernen, so die Neugierde zu wecken und den Kontakt zum Nachbarland herzustellen.

Tschechischkenntnisse sind in der grenznahen Region gefragt. Zahlreiche Betriebe im Landkreis Tirschenreuth unterhalten Geschäftsbeziehungen mit den tschechischen Nachbarn. 
Die Betriebe suchen vermehrt nach Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Tschechischkenntnissen. Mit einer entsprechenden schulischen Qualifikation haben junge Menschen im Grenzraum die Chance in ihrem Heimatlandkreis eine qualifizierte Arbeit zu finden.

Der Kreisverband der Jungen Union Tirschenreuth regt daher an, dass Tschechisch an Wahlfach an Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen verstärkt angeboten wird. Vor allem in der Grenzregion soll das Lernangebot intensiviert werden. Auch die Möglichkeit Tschechisch als zweite oder dritte Fremdsprache an den Gymnasien anzubieten, sollte bedacht werden. Darüber hinaus braucht das Angebot eines Wahlunterrichts an den verschiedenen Schulen eine Zertifizierung. Dadurch würde eine berufsqualifizierende Aufwertung erfolgen.

Außerdem stellten die JU´ler fest, dass für den Tschechischunterricht als Wahlfach auch kein vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus zugelassenes Lehrwerk existiert. Es gibt bisher keine Vorschläge seitens des Ministeriums. Über das einzusetzende Lehrmaterial entscheidet also die Lehrkraft in Rücksprache mit dem Schulleiter weitgehend selbstständig. Diesem Missstand sollte ebenso abgeholfen werden.

Als besonderes Leuchtturmprojekt schlägt der JU-Kreisverband die Einrichtung eines Deutsch/Bayerisch-Tschechischen Gymnasium im Landkreis Tirschenreuth oder allgemein im ostbayerischen Grenzraum vor. Derzeit gibt es deutschlandweit nur ein Deutsch-Tschechisches Gymnasium in Pirna (Sachsen). Seit August 1998 werden dort jährlich 15 tschechische Siebtklässler begrüßt, die dann in einer gemeinsamen Klasse mit 15 deutschen Schülern teils separat muttersprachlich, teils separat fremdsprachlich und teils gemeinsam lernen. In der 12. Klasse legen dann alle Schüler das deutsche Abitur mit beurkundeter vollständiger Anerkennung durch die tschechische Schulaufsicht ab. Die tschechischen Schüler leben im schuleigenen Internat. Sie werden dort von tschechischem Lehrpersonal betreut. Durch binationale Veranstaltungen wird das Schulprofil gefestigt. Auch in Bayern wäre aus Sicht der JU´ler ein solches Projekt denkbar und sollte angegangen werden. Damit würde ein Potential an perfekt ausgebildeten Schülern schaffen, die die grenzüberschreitende, bayerisch-tschechische Zusammenarbeit vorwärts bringen könnten.

Insgesamt gaben die JU´ler der Hoffnung Ausdruck, dass dieses Thema im Kultusministerium noch mehr verankert wird und der Staatsminister Spaenle die Anregungen aufnimmt und vorantreibt.