JU fordert Verlässlichkeit bei Reform des Gymnasiums

Seit einigen Monaten wird wieder heiß über die Zukunft des Gymnasiums in Bayern diskutiert. Ministerpräsident Seehofer hatte seinem Kultusminister im Herbst letzten Jahres den Auftrag gegeben, eine dauerhafte Lösung im Streit um das achtjährige Gymnasium zu erarbeiten. Vor wenigen Wochen hatte sich die Junge Union Bayern dann mit einem Paukenschlag in die Debatte eingeschaltet. Der Landesvorstand forderte die komplette Rückkehr zum G 9. Aus diesem Anlass besuchte der JU Kreisverband das Stiftland-Gymnasium in Tirschenreuth. 

Zum Gespräch mit Schulleiter Georg Hecht, der stellvertretenden Schulleiterin Christine Güntner und dem Oberstufenkoordinator Matthias Weiser lud der CSU-Nachwuchs auch Landtagsabgeordneten Tobias Reiß ein, der als Mitglied des Bildungsausschusses zu diesem Thema intensiv mit Kultusminister Spaenle in Kontakt steht.

JU-Kreisvorsitzender Matthias Grundler, der selbst lange Jahre Schülersprecher am Stiftland-Gymnasium gewesen ist, erläuterte wie es zum JU-Beschluss kam. „Zentral ist für uns, dass endlich Ruhe einkehrt“, unterstrich Grundler. „Wir wollen keine endlosen Experimente, die Eltern und Schüler sollen sich darauf verlassen können, dass das, was jetzt entschieden wird, auch im nächsten Jahr noch gilt“, forderte der Kreisvorsitzende von der Staatsregierung. Für Landtagsabgeordneten Tobias Reiß ein verständlicher Wunsch. Dennoch müsse die jetzige Reform mit Bedacht angegangen werden. „Die Interessenlage in Großstädten und auf dem Land ist teilweise sehr unterschiedlich, darum müssen wir für die Belange ländlicher Gymnasien kämpfen“, so der Tirschenreuther Abgeordnete. Eine Idee, die den Nordoberpfälzer Gymnasien große Probleme bereitet hätte, nämlich jedes Gymnasium selbst wählen zu lassen, ob es acht oder neun Jahre zum Abitur anbietet, habe er deswegen vehement abgelehnt. Mittlerweile hat sie auch das Kultusministerium wieder verworfen. Aktuell werde bei einer Rückkehr zur neunjährigen Variante über eine „Überholspur“ zwischen neunter und elfter Klasse nachgedacht.

Schulleiter Hecht betonte, dass beim Pilotprojekt der „Mittelstufe Plus“ eine deutliche Mehrheit der Schüler an seiner Schule und auch bayernweit sich für die neunjährige Variante entschieden hätten. Die Zahlen sprechen aus seiner Sicht eine eindeutige Sprache. Er mahnte jedoch, nichts zu überstürzen. Zum Beispiel stelle sich die Frage, was mit dem bisherigen G-8 Lehrplan geschehe, wenn man zum neunjährigen zurückkehrt. „Alte Fehler sollte man nicht wiederholen“, plädierte Hecht dafür, Sorgfalt vor Schnelligkeit walten zu lassen.

 

Im Bild:

Die Junge Union informiert sich über die bevorstehende Reform des Gymnasiums. Mit auf dem Bild (untere Reihe von links): JU-Kreisvorsitzender Matthias Grundler, Schulleiter Georg Hecht, MdL Tobias Reiß und stellvertretende Schulleiterin Christine Güntner. Darüber hinaus waren die anwesenden JU-ler allesamt ehemaligen Schüler des Stiftland-Gymnasiums in Tirschenreuth. Von links: Corinna Rosnitschek, Johannes Klinger, Sabrina Rosnitschek, stellv. Kreisvorsitzende Laura Zeitler und Oberstufenkoordinator Matthias Weiser.