JU: Nordoberpfalz stemmt sich gegen Stromtrassenpläne

Nordoberpfalz

Erbendorf/Neustadt/Weiden. Am Wochenende wählte die Junge Union ihre Bezirksvorstandschaft neu. Dabei stellte sich der Brandner Christian Doleschal den Delegierten zur Wiederwahl und erhielt ein Traumergebnis von 100 Prozent. Zu diesem Erfolg gratulierten ihm die Spitzen der Nordoberpfälzer JU, die Kreisvorsitzenden Benedikt Grimm (Neustadt/WN), Maria Sponsel (Weiden) und Matthias Grundler (Tirschenreuth).

„Christians Ergebnis ist ein Beleg für seine hervorragende Arbeit und den großen Fleiß, mit dem er für die JU arbeitet“, so die drei Kreisvorsitzenden. Doleschal sei ein starker Verfechter Nordoberpfälzer Interessen, deswegen habe man ihn nach Kräften unterstützt.

 Dabei ging es auf der Versammlung alles andere als langweilig zu. Ein spontaner Antrag der Nordoberpfälzer zum Thema Stromtrassen sorgte für Aufsehen. Nachdem nur zwei Tage zuvor Bundeswirtschaftsminister Gabriel den Vorschlag machte, die umstrittene Süd-Ost-Gleichstrompassage mit bestehenden Stromtrassen zusammenzulegen, entschlossen sich die drei Kreisvorsitzenden sowie der Bezirksvorsitzende Doleschal und der stellvertretende Landesvorsitzende und Bürgermeister von Mantel, Stephan Oetzinger (Landkreis Neustadt/WN), zu einem kurzfristigen Initiativantrag. 

 Bereits zum Auftakt der Versammlung  forderte Kreisvorsitzender Matthias Grundler den SPD-Vorsitzenden und Energieminister auf: „Planen Sie keine Luftschlösser aus der Ferne, sondern kommen Sie zu uns – in die Region, die von ihren Plänen betroffen ist – und stellen Sie sich persönlich den Fragen und Anliegen der Bürger!“

Einstimmig wurde der Antrag angenommen, der eine eingehende Prüfung der Frage fordert, ob ein Leitungsbau über hunderte Kilometer mitten durch die Bundesrepublik überhaupt notwendig ist oder ob es Alternativen zur Erzeugung im Norden und Osten gibt. Für den Fall, dass der Leitungsbau alternativlos sei, bestehe man darauf das Instrument der Erdverkabelung soweit als möglich durchgehend einzusetzen, um die Auswirkungen auf die betroffene Bevölkerung so gering wie möglich zu halten. In jedem Fall aber müssten die Bundesregierung und die Bundesnetzagentur dringend dafür sorgen, dass die betroffene Bevölkerung sowie insbesondere auch deren gewählte Vertreter in Parlamenten und Kommunen entlang der Trassen umfassende Antworten auf Fragen und Bedenken erhalten. „Auch bei der Energiewende steht für uns der Bürger im Mittelpunkt, darum müssen die Anliegen ernst genommen werden“, so die Antragsteller.