JU-Reaktion auf den Energiekompromiss - Kritik an CSU-Generalsekretär Scheuer

Nordoberpfalz
"Das Schlimmste ist verhindert“, so kommentieren JU Kreisvorsitzender Matthias Grundler und Bezirksvorsitzender Christian Doleschal das Ergebnis des jüngsten Energiekompromisses. Eine Zerschneidung des Steinwaldes dürfte ohnehin vom Tisch sein, eine überirdische Leitungsführung der Südost-Gleichstrompassage durch den neu formulierten Vorrang der Erdverkabelung vermeidbar. Dennoch sind die JU-Vertreter nicht ganz glücklich mit dem Ergebnis: „Besser wäre es gewesen, wenn es einen Leitungsbau mitten durch die Bundesrepublik nicht gebraucht hätte“, so die beiden Nachwuchspolitiker und fordern trotz des Leitungsbau die dezentrale Energieerzeugung, die Förderung von Energieeffizienz und die Entwicklung von leistungsfähiger Speichertechnik noch stärker in Angriff zu nehmen. 
 
„Aber das ist mit dem Wind- und Kohle-Lobbyisten Gabriel offensichtlich nicht zu machen“, kritisiert Grundler den Bundeswirtschaftsminister. Er mahnt darüber hinaus zum Zusammenhalt, denn „niemand außer der bayerischen Staatsregierung und der CSU haben bisher etwas im Sinne der betroffenen Regionen erreicht“. Gabriels Vorschlag sah zuletzt gar die Aufrüstung des Ostbayerings zur Monstertrasse mit weit über 70 Metern Höhe vor, das galt es zu verhindern. In einem offenen Brief an Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner fordern Doleschal und Grundler insbesondere einen direkten Dialog mit den Bürgern vor Ort, also auch im Landkreis Tirschenreuth. Die Informationsveranstaltung in Regensburg vom vergangenen Wochenende habe man zwar begrüßt, doch reiche das bei Weitem nicht aus. Wie sich die neuen Möglichkeiten auswirken müsse erklärt werden. In diesem Zusammenhang kritisieren sie auch den Ton des CSU-Generalsekretärs Scheuer, der aufgrund anhaltender Kritik der Bürgerinitiativen zuletzt angeboten hatte, „auf alle die die Ergebnisse des Energiegipfels noch erklärt haben wollen“ zuzugehen. „Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass mit den betroffenen Bürgern vor Ort gesprochen wird“, kontern die JU Vertreter dem Generalsekretär. 
 
Vom Bundeswirtschaftsminister, „der den Leitungsbau in erster Linie zu verantworten hat“, erwarten sie sich an dieser Stelle nichts, „denn er hatte zwei Jahre Zeit die Bürger vor Ort von seinen Plänen zu überzeugen.“ Doleschal meint dazu: „Gabriel ist untergetaucht, wenn es um den direkten Austausch mit den betroffenen Bürgern geht.“ 

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