Stromtrasse: JU appelliert an Kommunalpolitiker

Waldershof. Die Vorschläge der Betreiberfirma TenneT liegen auf dem Tisch, in den kommenden Tagen werden die Kommunalpolitiker über die möglichen Trassenverläufe der neuen Gleichstrompassage, SüdOst-Link genannt, informiert. Dabei liegen für den Landkreis Tirschenreuth gleich mehrere Vorschläge vor. Eine Variante sieht vor, aus Bayreuth kommend an Kemnath und Kastl vorbeizugehen. Der andere Vorschlag ist es über Marktredwitz nach Konnersreuth und Mitterteich in den Landkreis Tirschenreuth zu wechseln. Von dort aus gäbe es laut den ersten Vorschlägen mehrere Verlaufsoption, sowohl über Tirschenreuth, als auch über Wiesau und Falkenberg.

Für die Junge Union ist das wohl größte Bauprojekt der nächsten Jahre schon von Beginn an ein wichtiges Thema. „Wenn diese Leitung schon durch den Landkreis Tirschenreuth gebaut werden muss, ist es sehr wichtig, dass Tennet 100% Erdverkabelung verspricht“, so JU-Kreisvorsitzender Matthias Grundler. „Von der Vielzahl der Varianten sind wir aber überrascht“, kommentiert er die vorliegenden Vorschläge. Seine Heimatgemeinde Falkenberg ist in einer Variante selbst von dem halben Dutzend Verlaufsvorschläge betroffen.

„Eines ist jetzt besonders wichtig: Es darf kein Hauen und Stechen zwischen den Gemeinden und Bürgern der betroffenen Kommunen geben“, appelliert Grundler an alle Bürgermeister. Es solle jeder die Chance erhalten sachlich Stellung nehmen zu können, gemeinsam zu diskutieren.  „Der schlechteste Fall wäre es, wenn es ab jetzt hieße, jeder gegen jeden“, warnt Grundler und kündigte an die JU-Kreisvorsitzenden in Nordbayern von Hof bis Regensburg entlang der Trassenvorschläge zu einem gemeinsamen Appell an Kommunalpolitiker und Abgeordnete bewegen zu wollen, der genau das verhindern solle.

Der  Waldershofer Stadtrat und kommunalpolitischer Sprecher der JU, Mario Rabenbauer, fordert indes, dass die Bürgerbeteiligung nun endlich ernst genommen werden müsse. Dem pflichtet Grundler bei: „Viel zu lange haben Bundesnetzagentur und die Vorgängerfirma Amprion über die Köpfe der Menschen hinweggeplant.“ In einem fairen Dialog sollten nicht nur die Gemeinden, sondern auch einzelne Bürger gehört werden und deren Einwände ernst genommen werden. Darauf pocht auch Gerald Braun, einer der Organisatoren der Bürgerinitiativen „Steinwald sagt NEIN zur Monstertrasse“.

Für die betroffenen Grundstückseigentümer und Landwirte müsse es größtmögliche Kompensationsleistungen geben. „Insbesondere fordern wir auch, dass ökologische Ausgleichsflächen für dieses Projekt, sollten sie notwendig werden, nicht auch noch im Landkreis Tirschenreuth ausgewiesen werden“, betont Grundler. Denn so wäre der Schaden für die Landwirtschaft noch größer.

Im Bild von links: Markus Schreyer (Kemnath), Florian Distner (Wiesau), Mario Rabenbauer (Waldershof), Gerald Braun von der Bürgerinitiative und Kreisvorsitzender Matthias Grundler (Falkenberg) mit Blick auf die Kösseine, die nach aktuellem Kenntnisstand von den Trassenverläufen verschont bleibt.