Junge Union sieht Potenzial in der Region

Marktredwitz

Es scheint, als wüsste Marktredwitz eine Antwort auf diese Fragen. Laut Kilian habe es die Stadt mittlerweile geschafft, vor allem junge Menschen langfristig zu binden. "Mit 17 300 Einwohnern sind wir die größte Stadt im Landkreis", sagte Weigel ergänzend. In den vergangenen drei Jahren gehe der Trend in Marktredwitz hin zu mehr Zuzügen und mehr Nachwuchs. Die Geburtenzahlen hätten sich seit 2017 nahezu verdoppelt. Was auf den ersten Blick erfreulich scheint, bringe aber auch Probleme.

"Die Kapazitäten der Krippen und Kindergärten sind völlig ausgelastet", sagte Weigel. Um der enormen Nachfrage gerecht zu werden, plant die Stadt den Bau zweier neuer Kindergärten. "Nach der Eröffnung des Kindergartens 'Neue Welt' am Klinikum wird es zukünftig auch im Ortsteil Brand und auf dem Benker-Areal Einrichtungen geben (wir berichteten)." Attraktive Kindergärten und Schulen seien für junge Familien oft ausschlaggebende Faktoren bei der Standortwahl. Deshalb wird sich auch im Marktredwitzer Schulzentrum einiges tun: "Die bestehende Dreifachturnhalle, die Realschule und das Gymnasium werden generalsaniert, außerdem werden eine neue Dreifachsporthalle und eine neue Einfachsporthalle gebaut", sagte Weigel. Die aussichtsvollen Entwicklungen würde momentan jedoch ein regelrechtes Verkehrschaos beschatten. "Die Breslauer Straße ist seit dem Beginn der Sanierungsarbeiten an der Realschule komplett überfüllt, es geht zu wie am Stachus", berichtete ein Mitglied der Jungen Union. Ein anderes Straßenkonzept sei dort gefragt. Weigel sagte, dass die Stadt bereits eine Verkehrskontrolle in Auftrag gegeben habe, um gegen die katastrophale Situation vorzugehen.

Ähnlich positiv wie die Demografie laufen die Finanzen der Stadt. Seit 2014 habe Marktredwitz laut Weigel genehmigte Haushalte und "durch eine hervorragende Einnahmesituation" aus Steuern und Stabilisierungshilfen sogar Rücklagen schaffen können.

Den Schlüssel für die Attraktivität von Marktredwitz sieht Stadtoberhaupt vor allem in den zahlreichen getätigten und laufenden Investitionen in die Infrastruktur. Freuen können sich die Marktredwitzer in Zukunft über einen neuen Wohnmobilstellplatz, zwei neue Kinderspielplätze im Kirchpark und im Stadtpark und ein generalsaniertes Hallenbad. Auch der neu gestaltete Skatepark und der "MAKfit"-Pfad prägen die Freizeitinfrastruktur der Stadt. Seit seinem Amtsantritt hat der Marktredwitzer Oberbürgermeister außerdem bereits vier Baugebiete ausweisen können. Hinzu kommt der florierende Bau von Privatwohnungen an der Rößlermühlstraße und den Kösseine-Auen, das Benker-Areal und das Unna-Heim folgen. "Und es besteht immer noch Bedarf", sagte Weigel. Wohnraum in Marktredwitz ist gefragt, Tendenz steigend: "Durch die Behördenverlagerung entstehen 300 neue Arbeitsplätze, 100 davon im Bayerischen Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vernetzung (E-Government) und 200 in der Justizvollzugsanstalt. Generell sei Marktredwitz mit knapp 10 000 Arbeitsplätzen - Pendlersaldo rund 3800 - ein wirtschaftsstarkes Pflaster. Dazu würden vor allem die Firmen Scherdel und Ceramtec, das Klinikum Fichtelgebirge und der Einzelhandel beitragen.

JU-Kreisvorsitzender Kilian erkundigte sich bei Weigel nach der Einrichtung eines digitalen Rathauses, wovon vor allem Pendler profitieren würden, für die Amtsgänge oft schwer einzurichten sind. Weigel sagte, dass mit einem Bürgerinformationssystem ein erster Schritt in diese Richtung getan werde und dass das Thema weiter gespult werde.

Matthias Grundler, Kreisvorsitzender der Jungen Union Tirschenreuth, war gekommen, um sich ein Bild davon zu machen, was in Marktredwitz passiert. Er nannte die Entwicklung der Stadt bemerkenswert und erkundigte sich bei Oliver Weigel, wie die Region es geschafft hat, ihr Image beachtlich zu verbessern. Der Marktredwitzer Oberbürgermeister verwies auf das regionale Marketing, das mit Aktionen wie "Freiraum für Macher" auch in München auf das Fichtelgebirge aufmerksam macht.

Um die regionale Entwicklung voranzutreiben, möchten die beiden Junge-Union-Kreisverbände Wunsiedel und Tirschenreuth verstärkt zusammenarbeiten. "Wir müssen anfangen, über die Regierungsgrenzen hinauszudenken", sagte Frank-Robert Kilian.