Junge Union steht hinter der Ausbildung der Bauberufe in Wiesau

Junge Union steht hinter der Ausbildung der Bauberufe in Wiesau

ntensiv werden derzeit die Vorschläge der Regierung der Oberpfalz zur Umstrukturierung der Berufsschullandschaft in der Oberpfalz diskutiert. Da gerade die Bauberufe in der Nordoberpfalz von der Reform betroffen wären, suchte der JU-Kreisverband das Gespräch mit der Bauinnung.

Die Regierung will mit dieser Strukturreform auf den Spezialisierungsdruck und die demografischen Herausforderungen der Landkreise reagieren. Deshalb sollen ab Herbst 2011 sogenannte Kompetenzzentren geschaffen werden: Jedem Standort sind danach nur noch bestimmte Berufe zugeordnet. In Wiesau sollen vor allem die IT-Berufe und die Berufe aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe konzentriert werden.

Dafür würden die Bauberufe teilweise bis nach Cham bzw. Neumarkt verlagert. Für Albert Schuller, Obermeister der Bauinnung, Fachgruppe Zimmerei, eine Katastrophe. “Allein für die Zimmerer würden enorme Fahrtstrecken entstehen, die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln für Lehrlinge nicht zu bewältigen sind.”

Er befürchtete, dass damit junge Leute kaum mehr für dieses Handwerk zu gewinnen seien. “Berufsschulpolitik ist auch Wirtschafts- und Standortpolitik.” Dauerhaft würden so ganze Berufszweige im Landkreis Tirschenreuth riskiert und der schon jetzt bestehende Facharbeitermangel im Baugewerbe sehr schnell an Schärfe gewinnen.

Auch für die Vertreter der Jungen Union, die von Bezirksrat und Kreistagsfraktionssprecher Toni Dutz begleitet wurden, war es klar, dass dieses Konzept auf jeden Fall nochmals überdacht werden müsse. JU-Kreisvorsitzender Benjamin Zeitler betonte, dass gerade an diesem konkreten Beispiel der Berufsschul-Strukturreform unter Beweis gestellt werden müsse, wie ernst es mit der Förderung der ländlichen Räume gemeint sei. “Wenn von Modellregionen gesprochen wird, muss man auch für innovative Lösungen etwa bei der Minderklassenproblematik bereit sein”, betonte Zeitler.

Gerade das Handwerk und der Mittelstand im Landkreis seien Säulen der Wirtschaftskraft. Nur durch eine stete Ausbildung könne diese erhalten bleiben. Zeitler hoffte, dass bei dieser sicher notwendigen Strukturreform vor allem die Fahrtstreckenproblematik nochmals ins Auge gefasst und entschärft werde.

Im Anschluss an den Informationsaustausch führte Schuller die Gruppe zusammen mit seinem Sohn durch den Betrieb, der unter den zehn Mitarbeitern immer mindestens einen Auszubildenden hat.