Kandidaten zur Diskussion beim BBV 

Kandidaten zur Diskussion beim BBV 

Es geht nicht nur um Ernteausfälle. Die Probleme und Klagen der Landwirte sind vielfältig. Der Bayerische Bauernverband bittet Politiker deshalb zum "runden Tisch".

Vertreter von CSU, SPD, FDP, Bündnis 90/ Die Grünen und Freien Wählern stellten sich der Diskussion, zu der die BBV-Kreisverbände Tirschenreuth und Neustadt zum "Rechersimer" nach Röthenbach eingeladen hatten. Mit dabei Landrat Wolfgang Lippert, die jeweiligen Direkt- und Listenkandidaten für die bevorstehenden Landtagswahlen, Bezirksrat Toni Dutz, Bezirkstags-Vizepräsident Lothar Höher und Landtagsabgeordneter Tobias Reiß. Die Runde komplettierten die BBV-Kreisobmänner Ely Eibisch (Tirschenreuth) und Josef Fütterer (Neustadt), die Kreisbäuerinnen Irmgard Zintl (Tirschenreuth), Josefine Kick (Neustadt) und deren Stellvertreter.

Ihr Thema: die als „Wahlprüfsteine“ bezeichneten Sorgen der Bauern. Dabei machte der Diskussionsleiter und Tirschenreuther BBV-Kreisobmann Ely Eibisch eines deutlich: Die Landwirtschaft hat sich weiterentwickelt. Der Entzug landwirtschaftlicher Flächen müsse gestoppt werden. Der Kaibitzer Diplomlandwirt rechnete vor, dass man – zurückblickend auf 2011 bis 2015 - rund 19.200 Hektar unwiederbringlich verloren habe. Dem „Flächenfraß“ in den kommenden Jahren Einhalt zu gebieten, war Eibischs klare Ansage. Weiter mahnte er, die Flächen-Verluste so weit wie nur möglich zu minimieren und entsprechenden Ausgleich zu schaffen. Dazu könnten auch die Bauern beitragen, wie er nachfolgend darlegte: Mit der Bayerischen Kompensationsverordnung sei ein Bewertungssystem geschaffen worden, das auf eine Biotopwertliste zurückgreift, um damit den Anfangszustand der Grundstücke und den prognostizierten Zielzustand vergleichbar zu machen. Auf Basis dieses Bewertungsverfahrens werden Ökopunkte generiert, die dann – ähnlich einem „Zahlungsmittel“ mit Blick auf die Flächen - Verwendung finden können.

Außerdem verlangte Ely Eibisch die Einführung eines Landwirtschafts- und Waldfonds. „Wir haben gute, aber auch schlechte Jahre.“ Man brauche Unterstützung. Wiederkehrende Leistungen statt einer einmaligen Entschädigung, lautete das Signal in Sachen Hochspannungs-Gleichstrom-Trasse, deren Umsetzung man skeptisch entgegen blicke. Der Verlust weiterer Flächen sei absehbar, davon seien die Bauern in beiden Landkreisen betroffen. „Die Auswirkungen kennt man noch nicht.“ Als einen „riesen Einschnitt“ bezeichnete Eibisch zudem den „Ostbayern-Ring“.

Jutta Deiml (SPD) zeigte sich von den Problemen betroffen. Das Format der Diskussion begrüßte MdL Tobias Reiß. „Wir müssen Vertrauen schaffen“, ermahnte der Abgeordnete die Betroffenen. Die Probleme tangierten auch die Verbraucher. „Pionierarbeit wird bereits geleistet“, lobte Reiß die „Dorfläden“. Bezirksrat Toni Dutz versprach, das Thema „Teichwirtschaft“ noch stärker in den Blickpunkt zu rücken. Positiv dazu äußerte sich auch Lothar Höher. An anderer Stelle empfahl Matthias Grundler von der CSU den Besuch eines landwirtschaftlichen Anwesens, insbesondere durch Schulen. Stellung zu den vorgelegten Themen nahmen auch die Vertreter von Bündnis 90/ Die Grünen, insbesondere Sonja Schumacher. „Vieles funktioniert, man muss es nur wollen.“ Die „Interessen abwägen“ empfahl CSU-Direktkandidat Stephan Ötzinger, der sich abschließend in die Diskussion einschaltete. Man müsse den Landwirten Anreize und damit in den Dörfern Leben schaffen.

Die Gesprächsrunden werden fortgesetzt, lautete das abschließende Fazit nach dem Treffen beim „Rechersimer“. Die vorgelegte Themenliste sollte aber deutlich gestrafft werden.

(Quelle: Der Neue Tag)