Touristisches Potenzial enorm

engere Kreisausschusssitzung

Tirschenreuth. (hwk) „Das touristische Potenzial des Landkreis Tirschenreuth ist enorm", davon ist Bernhard Söllner, Kreisrat und Vorsitzender der Jungen Union im Landkreis Tirschenreuth überzeugt. „Das Problem ist aber, dass wir nach wie vor zu wenig daraus machen und wir uns deshalb weit unter Wert verkaufen." Mit dieser Feststellung fordert Söllner erneut eine grundsätzliche Überarbeitung des zum Teil nicht vorhandenen Tourismuskonzepts im Landkreis Tirschenreuth.

„Rund 2000 Arbeitsplätze im Bereich Tourismus, so wie es letztens Herr Knott vom Landratsamt festgestellt hat, sind eine stolze Summe, würde aber zugleich auch bedeuten, dass wir hier ebenfalls noch großes Potenzial haben, wenn es uns gelingt, die Besucherzahlen nach oben zu schrauben", zeigt sich Söllner überzeugt. „Die bisherigen Anstrengungen auf dem Gebiet waren gut, können aber bestenfalls als Grundlagenarbeit gesehen werden. Mit diesem geschaffenen Fundament muss nun der nächste Schritt, hin zu einem ansprechenden und dem Zeitgeist entsprechenden Tourismusangebot, gegangen werden." Erneut stellt der Kreisrat deutlich heraus, dass hier andere Landkreise viel weiter sind. Dies soll in erster Linie keine Kritik und schon gar polemischen Charakter irgendjemandem gegenüber darstellen. Man will hier niemanden schlecht reden. Sondern vielmehr den Anreiz geben, gemeinsam unsere Region nach vorne zu bringen. Die JU möchte sich unter anderem in dieser Frage konstruktiv mit einbringen, macht Kreisvorsitzender Bernhard Söllner deutlich.

„Bei einem Blick auf die Touristenhochburgen in Bayern kann man schnell erkennen, dass diese zum Teil ja schon überlaufen sind. Wenn es uns gelingen würde, von dort einen Teil zu uns zu holen, sind wir ein großes Stück weiter. Dies gelingt uns aber nicht, wenn wir nur ein paar schön gemachte Imageflyer in den heimischen Gaststätten und Unterkünften auflegen, dafür müssen wir hart arbeiten. Alle Möglichkeiten der Werbung müssen wir im Landkreis nutzen", fordert der junge Familienvater aus Immenreuth.

„Wir schimpfen alle über die katastrophale Darstellung des Bayerischen Rundfunks im Fernsehen, aber haben es im Landkreis selbst noch nicht verwirklicht, einen ansprechenden Werbefilm über unsere Region auf ein passendes Internetportal zu stellen. Solche Imagefilme sind heute relativ schnell und unkompliziert machbar. Daher verstehe ich nicht, warum hier noch nichts unternommen wurde. Zudem schaffen wir es offensichtlich nicht, ein ansprechendes Internetportal mit den vielen touristischen Möglichkeiten ins Netz zu stellen. Herr Knott sprach erst letztens davon, dass jeder, der die Onlineschiene befährt, auf der richtigen Spur ist," pflichtet CSU-Kreisrat und stv. JU-Kreisvorsitzender Mario Rabenbauer aus Waldershof bei.
Desweiteren findet Söllner es schade, dass es wohl nicht als nötig empfunden wurde, den Landkreis Tirschenreuth, der sich gerne als „Mitte Europas" bezeichnet, auf der weltgrößten Nahrungsmittel- und Touristikmesse „Die grüne Woche" in Berlin zu präsentieren. Das Fichtelgebirge, der Bayerische Wald, das Nürnberger Land, aber auch andere Oberpfälzer Land – alle sind vertreten und wo ist unser Stand mit Karpfen, Zoigl und unserer Gastlichkeit?", fragt sich Söllner resigniert.

„Möglichkeiten, unsere Region touristisch in einem Konzept zu vermarkten, gäbe es genügend", sind sich Söllner und Rabenbauer sicher und fordert erneut einen runden Tisch unter der Leitung des Landratsamtes, an dem jeder seine Ideen und Möglichkeiten einbringen soll. „Die Kommunen rund um den Rauhen Kulm haben es in den vergangenen Monaten vorgemacht, in dem sie alle zusammen saßen um ihre Vorteile für ein gemeinsames Tourismuskonzept zu erarbeiten - warum geht das auf Landkreisebene nicht? Dann holen wir uns eben fachkundige Unterstützung von außen, wenn wir selbst nicht das Rad neu erfinden wollen. Das darf doch von den Verantwortlichen nicht als Schwäche empfunden werden sondern ist mutig und zukunftsweisend, wenn wir dieses Thema endlich mit ganzer Kraft angehen."

Die finanziellen Mittel für dieses Projekt sieht Söllner sehr gut angelegt. „Wenn jetzt – nach Aussagen aus dem Landratsamt (NT-Bericht vom 15.1.15 Ein Landkreis allein ist nichts) bereits rund 60 Millionen Euro im Bereich Tourismus im Landkreis erwirtschaftet werden, dann entspricht das einer sagenhaften Rendite! Wenn man bedenkt, mit welch geringem Werbebudget man bisher gewirtschaftet hat, kann man Verbesserungen erwarten. „Welche Umsätze könnte man erst erzielen wenn man für die Werbung Geld koordiniert und zielgerichtet in die Hand nehmen würde?"